Wo die wilden Weiber wohnen?

Die Bundesministerin mit der geringsten Beliebtheit und der größten Hämequote, Kristina Schröder, bekommt jetzt noch mehr Gegenwind. Weil sie eine Frau kaltgestellt hat. Eva Maria Welskopp-Deffaa heißt sie und gilt nach Presseberichten als eine der am “besten vernetzten” Frauenpolitikerinnen Deutschlands. Sie war für Gleichstellungsfragen zuständig, ein Thema, bei dem Frau Schröder sich mit ihrer Haltung viele Feinde genmacht hat. Nicht unter Männern, nota bene.

Jetzt muss man der Gescholtenen beispringen. Dass Welskopp-Deffaa kompetent war, wird sicher stimmen. Aber dass der gemeine Zeitungsleser noch nie etwas von der angeblich am “besten vernetzten” Politikerin gehört hatte, lässt die Frage keimen, ob es wirklich so ein high profile case ist oder ob man nicht einfach akzeptieren muss, dass Frau Welskop-Deffaa vor allem Beamtin ist. Die sich mit ihrer Chefin nicht vertragen hat. Die Chefin ist aber nun einmal die Amtsträgerin, auch, wenn man ihre Politik nicht mag. Das haben schon viele Beamten-Politiker, die persönliche Sicherheit und Politik einzigartig gut verbinden können, erfahren müssen. Der grüne Außenminister Joschka Fischer hat auch nicht nur Beamte vorgefunden, die ihm politisch nahestanden, als er am Werderschen Markt anfing, der eine odere andere musste sich auch beugen. Die Beamtin muss deshalb auch hier zurückstecken, wenn sie sich mit ihrer Chefin zofft. Ob sich Frau Schröder genutzt oder geschadet hat, das hat sie vorher sicher selbst abgeschätzt.

Wichtiger ist: Wir haben jetzt wieder eine Debatte über Frauen. Oder besser ihre Abwesenheit in Spitzenpositionen ...

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