Verkehrte Welt! Enkelin will Umgang mit der Oma - aber Oma will angeblich nicht!?

Einen etwas abseitigen Fall hatte jetzt das AG Lüdinghausen, BeckRS 2012, 14938 zu entscheiden: Der Vater zahlte zwar Unterhalt, wollte aber mit seiner Tochter nichts zu tun haben. Als die Tochter in die Schule kam, erfuhr sie von Mitschülerin, dass es so etwas wie Großeltern gibt, bei denen es ganz toll ist! Sie fragte die Mutter, warum sie denn keine Oma und keinen Opa habe. Oma und Opa mütterlicherseits waren weit weg, nämlich in Peru. Deshalb fragte die Mutter beim Vater an, ob nicht die Oma väterlicherseits Interesse an einem Kontakt habe. Der Vater lehnte das strikt ab mit der Behauptung, aus Alters- und Gesundheitsgründen wolle die Oma die süße Enkelin nicht sehen - recht unwahrscheinlich. Die Adresse der Oma gab er nicht preis. Daraufhin klagten Mutter und Enkelin auf Bekanntgabe der Adresse - und bekamen beim AG Lüdinghausen Recht. Tatsächlich besteht ein Auskunftsanspruch des Vaters, der aus § 1618 a BGB folge: Nach dieser Vorschrift sind Eltern und Kinder einander Beistand und Rücksicht schuldig. Es bezog sich dabei auf eine Entscheidung des LG Münster NJW 1999, 726 und stellte fest, im Rahmen der Anwendung einer derartigen Generalklausel habe das Gericht einen weiten Ermessensspielraum, um die gegenseitigen Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten gegeneinander abzuwägen (vgl. hierzu und zu den Anforderungen BVerfGE 96, 56) ...Zum vollständigen Artikel


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