Fussball Urteile Classics: Das Bosman-Urteil

Das wichtigste Urteil für den deutschen und internationalen Fußball überhaupt ist wohl die sogenannte „Bosman“ Entscheidung.

Der Sachverhalt

Der belgische Profi-Fußballer Jean-Marc Bosman wollte vom RFC Lüttich zum französischen Zweitligisten USL Dünkirchen wechseln, weil er eine Vertragsverlängerung zu wesentlich schlechteresn Bezügen ablehnte. Nach den damals im internationalen Fußball üblichen Satzungen der zuständigen Verbände hatte der Verein, den der Spieler verlässt, einen Anspruch auf die Zahlung einer Ablösesumme. Unter anderem wegen der hohen Ablösesumme zweifelte der RFC Lütich jedoch an der Zahlungsfähigkeit des USL Dünkirchen und ein Wechsel kam deswegen letztlich nicht zu Stande. Das damalige UEFA-Reglement sah jedoch vor, dass wirtschaftliche Beziehungen zwischen den Vereinen keinen Einfluss auf die Tätigkeit des Sportlers haben dürfen. Bosman klagte gegen seinen Verein und schließlich auch gegen den Verband wegen Verletzung des Reglements und weil er sich in seiner Arbeitnehmerfreizügigkeit eingeschränkt sah.

Ein belgisches Gericht entschied: Bosman durfte ablösefrei zum französischen Zweitligisten USL Dünkirchen wechseln. Der belgische Fußballverband legte gegen dieses Urteil Berufung ein. Gleichzeitig rief das Gericht den Europäischen Gerichtshof an, eine einheitliche Regelung zur freien Wahl des Arbeitsplatzes innerhalb Europas zu schaffen.

Die Entscheidung

Zunächst stellte der EuGH klar, dass Profi-Fußballer innerhalb Europas normale Arbeitnehmer im Sinne des EG-Vertrages (heute AEUV) sind und sich daher auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit (insb. Art. 45 AEUV) berufen können, sofern sie sich auf Vorschriften berufen, die der kollektiven Regelung der Arbeit dienen. Diese Regelungen waren in diesem Fall insbesondere die Transferregelungen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK