OLG Hamm: Die Adoption von Erwachsenen unterliegt nicht den gleichen strengen Anforderungen wie diejenige von Minderjährigen

Die Tante und ihre zwei Nichten hatten bereits ein enges Verhältnis zu einander, dass von gegenseitiger Hilfeleistung und Betreuung geprägt war. Schon zu Lebzeiten des - inzwischen verstorbenen - Onkels hatten Onkel und Tante ein Testament zugunsten der Nichten aufgesetzt. Nun wollte die Tante die Nichten (deren Eltern auch schon Jahre verstorben waren) adoptieren, als Ausdruck besonderer Verbundenheit und - erklärtermaßen -, um durch die damit verbundene Änderung der Steuerklasse Erbschaftsteuer zu sparen. Das wollte das AG Gladbeck so nicht akzeptieren und wies den Adoptionsantrag zurück: Es sei bereits zweifelhaft, ob zwischen der Annehmenden und den Anzunehmenden eine Eltern-Kind-Beziehung bestehe oder nur eine gute verwandtschaftliche Beziehung zu einer alleinstehenden Tante. Indes könne dies dahinstehen, da die Adoption sittlich nicht gerechtfertigt sei. Die sittliche Rechtfertigung fehle dann, wenn wirtschaftliche Interessen das Hauptmotiv für die Adoption seien. Verbleibende Zweifel an der Motivationslage wirkten sich dabei zulasten der Antragsteller aus ...Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK