Europarecht und Erbrecht – Vereinfachung der Abwicklung grenzüberschreitender Erbschaften

Der Justizministerrat der Europäischen Union hat am 7.6.2012 eine europäische Verordnung zur Erleichterung der Abwicklung von grenzüberschreitenden Erbfällen im Europarecht („Verordnung über die Zuständigkeit, das anzuwendende Recht, die Anerkennung und die Vollstreckung von Entscheidungen und öffentlichen Urkunden in Erbsachen sowie zur Einführung eines Europäischen Nachlasszeugnisses“) verabschiedet.

Derzeit gelten in den Mitgliedstaaten unterschiedliche nationale Erbrechtsregelungen bei grenzüberschreitenden Erbschaften in Bezug auf die gerichtliche Zuständigkeit und das anwendbare Recht. Die einzelnen nationalen Rechtsordnungen innerhalb Europas sehen für die Abwicklung einer Erbschaft unterschiedliche Anknüpfungen, wie Staatsangehörigkeit, Wohnsitz oder Belegenheitsort des Vermögens vor. Diese Situation bereitet oft bei internationalen Erbschaften Schwierigkeiten für die Erben.

Als Beispiel können das deutsche und das französische Erbrecht im Vergleich genannt werden.

Das deutsche Recht sieht vor, dass für alle deutschen Staatangehörigen die Bestimmungen des deutschen Erbrechts gelten. Verstirbt nach dieser Regelung ein Deutscher in Spanien, wo er seinen letzten Wohnsitz hatte, findet das deutsche Recht Anwendung;Nach französischem Erbrecht ist grundsätzlich (unter Vorbehalt von Ausnahmen) der letzte Wohnsitz des Erblassers maßgeblich zur Bestimmung des anwendbaren Rechts ...Zum vollständigen Artikel


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