Lehrer war Hand ausgerutscht – fristlose Kündigung gleichwohl unwirksam

Tätlichkeiten von Lehrern gegenüber Schülern können nicht nur strafrechtliche Folgen nach sich ziehen. Sie stellen vor allem auch einen Verstoß gegen die Dienstpflichten des Lehrers dar. Angestellte Lehrer müssen daher mit arbeitsrechtlichen Sanktionen rechnen, die von der Abmahnung bis zur fristlosen Kündigung reichen können. Allerdings gibt es auch hier keinen absoluten Kündigungsgrund, der unter allen Umständen die fristlose Kündigung rechtfertigt. Für § 626 BGB ist eine umfassende Interessenabwägung unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles erforderlich. So hat das LAG Sachsen-Anhalt (Urteil vom 22.9.2011 – Az. 4 Sa 404/10) hat vor kurzem einem von fristloser Kündigung betroffenen Lehrer in zweiter Instanz recht gegeben. Dem Lehrer war von seinem Arbeitgeber, dem Land Sachsen-Anhalt, vorgeworfen worden, eine Schülerin geschlagen zu haben. Die Einlassung des Pädagogen, die Schülerin habe ihn nach vorherigen Beschimpfungen auf seine erkrankte Schulter geschlagen, so dass seine Handlung sich als Abwehrreflex dargestellt habe, hatte der Arbeitgeber im Hinblick auf den Beruf des Pädagogen, der eine Lösung von Disziplinproblemen durch Handgreiflichkeiten ausschließe, nicht akzeptiert ...

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