Lehrer und Kinderpornographie. Lesenswertes Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim

Meist beschäftigen sich nur Strafgerichte mit Menschen, die Kinderpornographie besitzen oder gar verbreiten. Aber auch Verwaltungsgerichte müssen manchmal solche häufig unappetitlichen Prozesse leiten. Dann nämlich, wenn es um Disziplinarmaßnahmen gegen Beamte geht, denen dieser Vorwurf gemacht wird. Auch der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim (VGH Mannheim) musste sich wieder mit einem derartigen Fall auseinandersetzen. Ein Lehrer war nicht nur mit derartigen Bildern auf seinem PC erwischt worden. Vielmehr hatte er nachdem bereits Ermittlungen gegen ihn geführt wurden, auch noch eine CD mit kinderpornographischem Material gebrannt. Die CD wurde dann bei einer Grenzkontrolle aufgefunden - und darüber - und auch über die Tatsache, dass der Täter ein Lehrer war - berichtete dann wiederum die Presse. Der VGH Mannheim kam dann mit Urteil vom 20.06.2012, Aktenzeichen: DL 13 S 155/12, zu folgenden Ergebnissen: Der strafbewehrte Besitz kinderpornographischen Materials ist bereits dann gegeben, wenn dieses im Internet gezielt aufgerufen, in den Arbeitsspeicher geladen und am Bildschirm betrachtet wird. Ist auf heruntergeladenen kinderpornographischen Bildern ein schwerer sexueller Missbrauch von Kindern erkennbar, fällt der Umstand, dass diese Bilder Thumbnail-Größe haben und am Ende einer Internetsitzung wieder gelöscht werden, nicht erheblich zu Gunsten des Beamten ins Gewicht. Der auf Grund des Besitzes kinderpornographischen Materials eingetretene Autoritäts- und Ansehensverlust eines Lehrers kann durch eine Therapie nicht rückgängig gemacht werden. Der Beamte hatte sich noch in der Verhandlung gerechtfertigt.
"Er habe kinderpornographische Schriften weder herunterladen noch nutzen oder verbreiten wollen, vielmehr sei er wahllos und größtenteils unreflektiert im Internet gewesen und sei dabei auf entsprechende Dateien gestoßen, die dann heruntergeladen worden seien ...
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