Anlageberatung: Rechtsprechungsänderung zu Gunsten der Anleger

Durch Urteil vom 08.05.2012 hat der Bundesgerichtshof (BGH) seine Rechtsprechung im Bereich der Haftung für fehlerhafte Aufklärung bei Kapitalanlagen zu Gunsten der Anleger geändert. Hierdurch steigen die Chancen der Geschädigten darauf, ihre Ansprüche vor Gericht einfacher durchsetzen zu können. Die Frage, ob ein Schaden tatsächlich auf eine bestimmte Aufklärungspflichtverletzung zurückzuführen, also ursächlich ist (sog. Kausalität), beschäftigt die Gerichte schon seit Jahrzehnten. Grundsätzlich gilt: Wer den Anspruch geltend macht, also der Anleger, muss auch darlegen und beweisen, dass die Verletzung der Aufklärungspflicht den Schaden verursacht hat. Da dies bisweilen schwierig ist, hatte die Rechtsprechung schon frühzeitig zu Gunsten der Anleger eine Beweislastumkehr installiert. Danach muss der Schädiger darlegen und beweisen, dass der Anleger die Investition auch vorgenommen hätte, wenn er richtig aufgeklärt worden wäre. Diese Regelung ist in der Vergangenheit aber immer mehr aufgeweicht worden, weil der BGH unter Anlehnung an Rechtsprechung bei Arzthaftungssachen eine Ausnahme einführte (BGH, Urteil vom 19.12.1989 � XI ZR 29/89). Danach solle die Beweislastumkehr nicht gelten, wenn dem Anleger mehrere Handlungsmöglichkeiten offen standen. Dann nämlich könne man nicht mehr zu Gunsten des Anlegers vermuten, dass er aufgrund der Beratung gerade diese eine � schädliche � Alternative gewählt hätte ...Zum vollständigen Artikel


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