Clerical Medical oh je – BGH entscheidet pro Anleger

Wie schon angekündigt, fand heute beim BGH die lang ersehnte Verhandlung über das Anlagemodell “Europlan” statt. Hierbei wurden Lebensversicherungen des englischen Lebensversicherers Clerical Medical (CMI) vermittelt. Der Einmalbetrag für die Versicherung wurde kreditfinanziert. Die Zinsen für das Darlehen sollte aus den Renditen der Lebensversicherung bedient werden. Für die Tilgung des Darlehens wurde ein Investmentfonds abgeschlossen. Das Modell Europlan funktioniert natürlich nur, wenn die Erträge in der Lebensversicherung ausreichen, um die Zinsen damit abzudecken. Das hat in den vergangenen Jahren nicht geklappt. Die Anleger werfen CMI daher heute vor, sie seien nicht ordentlich über die Risiken der Anlage aufgeklärt worden. Außerdem seien die Versicherungsbedingungen so unklar gestaltet, dass ihnen nicht bewußt war, dass die Auszahlungen für die Zinsen von der Wertentwicklung der Versicherung abhängen.

Mich interessiert der Fall, weil ich etliche Vermittler vertrete, die den Europlan an die Frau oder den Mann gebracht haben. Meine Mandanten sind allerdings nicht von den Anlegern verklagt worden. Vielmehr hat CMI meinen Mandanten (und vielen anderen Vermittlern) den Streit verkündet, um sich im Falle einer Verurteilung wegen Aufklärungspflichtverletzung bei ihnen schadlos halten zu können.

Der BGH hat in allen fünf Verfahren die Rechtsstreitigkeit an die Oberlandesgerichte als Vorinstanz zurückverwiesen. Dort müssen jetzt weitere Einzelheiten geklärt werden.

Für den Versicherer CMI stellt sich die Lage aktuell äußerst ungünstig dar. Der BGH hat CMI zahlreiche Aufklärungspflichten ins Stammbuch diktiert, die sie hätte erfüllen müssen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK