Geheimsache Oma

Das nichteheliche Kind möchte von seinem Vater wissen, wer seine Oma ist und wo diese wohnt.

Der Vater möchte die Daten seiner Mutter nicht bekanntgeben und behauptet, seine Mutter habe dem widersprochen. Sie wünsche angesichts ihres Alters und ihrer Gesundheit keinen Kontakt zu weiteren Enkeln. An diesen Wunsch seiner Mutter fühlt er sich gebunden.

Das Amtsgericht hat den Vater verpflichtet, Namen und Anschrift seiner Mutter dem Kind mitzuteilen. Als Anspruchsgrundlage sieht es § 1618 a BGB. Aus der allgemeinen Beistands- und Rücksichtnahmepflicht folge auch eine entsprechende Auskunftspflicht.

Ein schutzwürdiges persönliches Interesse der Antragstellerin an der Kenntnis der Personalien ihrer Großmutter ist nicht von vornherein dadurch ausgeschlossen, dass der Antragsgegner behauptet, seine Mutter wolle keinen Kontakt. Zwar kann ein persönlicher Kontakt, geschweige denn ein Umgang, weder gegen den Willen des Großelternteils erzwungen werden noch wäre ein solcher Umgang kindeswohldienslich i. S. v. § 1685 BGB. Jedoch muss der Antragstellerin möglich sein, dies selbst zu überprüfen, was jedenfalls die Kenntnis der Personalien der Großmutter voraussetzt. Außerdem ist die Reaktion der Großmutter bei einer tatsächlichen Kontaktaufnahme nicht vorherzusagen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK