Steuerrecht kompakt: Windkraftanlagen als wirtschaftliche Einheit i.S. des § 2 Abs. 1 BewG

• RA/StB Dr. Falko Tappen, DLA Piper • Mit Urteil vom 25. Januar 2012 (Az. II R 25/10) hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass mehrere mit Windkraftanlagen bebaute Grundstücksflächen regelmäßig keine wirtschaftliche Einheit i.S. des § 2 Abs. 1 des Bewertungsgesetzes bilden, wenn diese Flächen durch Grundstücke, die zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen gehören, voneinander getrennt sind. Maren Beßler / pixelio.de Vereinfacht lässt sich der vom BFH entschiedene Streitfall auf die Frage reduzieren, unter welchen Umständen Flächen eines Windparks, der im räumlichen Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Flächen steht, wenigstens zum Teil noch der Vermögensart „land- und forstwirtschaftliches Vermögen“ zugeordnet werden können. Das Bewertungsgesetz sieht – auch nach seiner jüngsten Reform im Rahmen der Bedarfsbewertung – noch eine gewisse Bevorzugung landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzter Flächen vor. Der Steuerpflichtige wird daher in der Regel versuchen, vorhandene Flächen möglichst weitgehend dieser Vermögensart zuzuordnen. Schwierig wird die Zuordnung allerdings dann, wenn eine räumliche Nähe zu Windkraftanlagen besteht, da die Stellfläche eines Windparks ein unbebautes Grundstück im Sinne der Vermögensart „Grundvermögen“ darstellt. Diese Nähe könnte – ggf. in Zusammenschau mit weiteren Aspekten – dazu führen, dass die landwirtschaftlich genutzten Flächen und die technisch eindeutig der Windkraftanlage zuzurechnenden Flächen gemeinsam als eine „wirtschaftliche Einheit“ im Sinne von § 2 Abs. 1 BewG gesehen werden könnten. Bildlich gesprochen stellt sich die Frage, ob die Windkraftanlage eine Anziehungskraft auf die umliegenden Flächen ausüben kann, die – wenn diese Kraft zu stark wird – dazu führt, dass diese Flächen bewertungsrechtlich (und damit letztendlich z. B ...Zum vollständigen Artikel


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