Sanctum Praeputium

Einleitung Es zieht mal wieder ein ordentliches Rascheln durch Blätterwalt und Blawgosphäre, die allerlei Fragen aufwirft. Ich spreche natürlich vom Vorhaut-Urteil des LG Köln (Urteil vom 07. Mai 2012, 151 Ns 169/11). Da gibt es Fürstreiter und andere, die weniger überzeugt sind. Sogar die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages haben gleich mal vorsorglich eine Übersicht über den Streitstand [PDF] erstellt. Warum also die ganze Aufregung? Nunja, es geht, salopp gesagt, um die Wurst. Wie heißt es noch so schön in Samuel 18, 27:
Und die Zeit war noch nicht um, da machte sich David auf und zog mit seinen Männern und erschlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, um des Königs Schwiegersohn zu werden. Da gab ihm Saul seine Tochter Michal zur Frau.
Vorhäute haben in verschiedenen Religionen also wohl eine ganz überragende Bedeutung (Saul hatte von David eigentlich nur 100 Vorhäute gefordert; die Übererfüllung beim Erschlagen von [noch] unbeschnittenen Ungläubigen sprach jedoch offensichtlich für den zukünftigen Schwiegersohn). Ich werde das Geschehen also im folgenden einfach mal (verkürzt, den Gutachtenstil nicht durchhaltend und auch sonst aus Gründen der besseren Lesbarkeit nicht bis ins Detail dem anerkannten Aufbau anhängend) durchprüfen, wie ich es gesehen hätte und währenddessen die Argumente des LG Köln kommentieren. Sachverhalt Der Angeklagte (ich nenne ihn mal einfallsreich A) ist Arzt. Aufgrund des religiös motivierten Wunsches der Eltern führte er an deren vierjährigen Sohn (S) fachgerecht die Beschneidung durch vollständige Circumcision durch und vernähte anschließend die Wunde. Nachblutungen zwei Tage später wurden fachgerecht in der Kindernotaufnahme des Universitätsklinikums Köln behandelt. Strafbarkeit des A gem. § 223, 224 I Nr. 2 Alt. 2 Der A könnte sich gem. § 223, 224 I Nr. 2 Alt ...Zum vollständigen Artikel


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