Mit Julia von Paris nach Konstantinopel

Für diesen Beitrag bietet das Recht ausnahmsweise mal nur den Rahmen des Geschehens. Straßen - wir alle kennen sie. Wir wohnen in ihnen, wir fahren auf ihnen, wir überqueren sie, wir demonstrieren auf ihnen. Und es gibt verschiedene Straßen: Autobahnen, Bundesstraßen, Landstraßen, Kreisstraßen, Gemeindestraßen. Gemeindestraßen haben dabei eine Besonderheit. Sie tragen einen Namen. Diesen können die Gemeinden bestimmen; in Bayern z.B. nach Art. 52 BayStrWG:
Die Gemeinden können den öffentlichen Straßen Namen geben und Namensschilder anbringen.
So viel zum rechtlichen Teil. Nun zum zweiten und wichtigeren Aspekt: Geschichte und der Umgang mit ihr. Straßen gibt es schon sehr lange. Bekanntermaßen fleißige Straßenbauer waren die Römer, die auch in Germanien Straßen errichteten. So gab es etwa eine Militärstraße vom Kastell Guntia über Augusta Vindelicorum (Augsburg) nach Iuvavum (Salzburg). Genaues, insbesondere die Erbauungszeit, ist über die Straße nicht bekannt. Da sie im 19. Jahrhundert für ein Werk des Julischen Kaiserhauses gehalten wurde, gab man ihr den Namen „Via Julia“. Via Julia ist also ein frei erfundener, ahistorischer Name (bitte im Hinterkopf behalten). Aus dem Kastell Guntia wurde im Lauf der Jahre die heutige Stadt Günzburg. Dort ist man stolz auf die eigene römische Geschichte, die mit der Kastellgründung ca. 77 n.Chr. begann. Und man weiß auch, dass die Römer sich gut zur Vermarktung eignen. Dass der Umgang mit Geschichte dabei nicht immer von Redlichkeit geprägt ist, zeigt ein Vorgang, über den die Günzburger Zeitung berichtet. Auf einem ehemaligen Betriebsgelände in der Günzburger Unterstadt entsteht ein Wohngebiet. Projektname: Via Julia Park. Die Erschließungsstraße braucht einen Namen ...Zum vollständigen Artikel

  • „Blanke Geschichtsfälschung“

    augsburger-allgemeine.de - 7 Leser - Neue Straße auf dem ehemaligen Gelände von Riegg und Spiess soll Via-Julia-Ring heißen. Das kritisiert SPD-Stadtrat Büchele heftig

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