Die Eurokrise aus der Mikroperspektive

Wirklich absolut jeder redet und schreibt ja jetzt über die Eurokrise. In diese Kakophonie (nebenbei: Darf man griechischstämmige Ausdrücke noch verwenden oder muss man dann an den Sparkommissar 5,- EUR zahlen?) können wir hier natürlich nicht einstimmen. Da gäbe es viel, am auffälligsten war zuletzt ein Provinzpolitiker namens (phonetisch) Seehopfer, der offenbar im Stundentakt bereit ist, die Regierung und/oder Europa über Bord zu werfen, wenn nicht irgendwelche Bedingungen erfüllt werden.

Nein, wir haben es vom italienischen Arbeitsrecht.

Italien soll sparen, sparen, sparen. Zu dem, was international verlangt wird, gehören auch Arbeitsrechtsreformen. Das ist immer so. Wenn Politiker im eigenen Land gewählt werden wollen, müssen sie davon die Finger lassen. Auf andere zu zeigen, ist aber geradezu Amtspflicht. Mario Monti hat auch das italienische Arbeitsrecht angepackt. Aber was bringt es? Ganz erstaunliche Randnotizen. Man möchte anfangen, mal gründlich zu grübeln.

Es – die Grübelattacke – begann für mich mit dem Interview eines Hamburger Kollegen, Mario Prudentino, in einem Onlineportal. Kollege Prudentino kennt sich mit italienischem Arbeitsrecht aus. Er ist deshalb gefragt worden, was er von den Monti-Reformen im Arbeitsrecht halte. Er kommt zu einem sehr zurückhaltenden Urteil. Einige Aspekte seiner Begründung lassen eben grübeln.

Die These der Reformer ist allgemein in der Eurokrise doppelgesichtig, was das Arbeitsrecht anbelangt; Arbeitsrecht soll per Definition sklerotisch und wachstumshemmend sein, zweitens soll es den verschuldeten Staat weiter belasten. Dass die Verquickung falsch sein muss, ist klar: Arbeitsrecht belastet Arbeitgeber mit Schutzmechanismen. Der Staat wird nur im Sozialrecht belastet, wenn er etwa die Folgen von Kündigungen abfedert. Aber eine gewisse Richtigkeit will man beiden Thesen in der Grundtendenz unterstellen ...

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