Verena Becker und die Schweiz

Teile der Schweizer Akten

Am Freitag fällt das Urteil über Verena Becker im “Buback-Prozess”. Höchste Zeit, vorher noch ein paar Details über ihre tatsächlichen und vermeintlichen Verbindungen in die Schweiz zu besprechen. In den vergangenen Monaten war ich mehrfach im Schweizer Bundesarchiv und habe Akten eingesehen. Sensationen habe ich nicht zu berichten – interessant finde ich die Akten trotzdem. Sie enthalten eine ganze Reihe von Aspekten und Unterlagen, die auch im Verfahren eine Rolle spielten. Sie erzählen aber auch – teilweise recht groteske – Geschichten über das Drumherum. Und nach der Veröffentlichung der “Verena Becker Fiche”, die ich bis dahin nicht einsehen konnte, bin ich nochmals in die Schweiz gefahren und habe auch diese Karteikarten eingesehen. Hier also ein paar Geschichten aus dem Archiv. Ich beginne mit der Tatwaffe.

Verkaufe: Mordwaffe

Woher die Tatwaffe HK 43 stammte, ist offiziell klar: Sie wurde von der schweizer Firma “Grünig & Elmiger” in Malters bei Luzern an einen “H. Zeidler” verkauft; gleichzeitig wurde eine weitere baugleiche Waffe verkauft, die im Herbst 1977 bei der Entführung von Hans Martin Schleyer verwendet wurde. Doch diese Geschichte ist nach meinen Recherchen nur ein Teil der Wahrheit. Denn es ist nicht so (wie die bisherigen Urteile und Berichte über den Waffenkauf suggerieren), dass der Käufer (bei dem es sich um den früheren Terroristen Jürgen Tauras aus der “Frankfurter Gruppe” um Peter-Jürgen Boock gehandelt haben könnte) einfach im Laden in Malters auftauchte und die beiden HKs kaufte. Er meldete sich vielmehr auf eine Privatanzeige in einem deutschen (!) Fachmagazin: Ein Mitarbeiter von Grünig & Elmiger hatte die Waffen 1976 im “Deutschen Waffenjournal” inseriert (“aus Privatsammlung”) und seine private Telefonnummer angegeben. Erreichbar nur am Abend oder samstags ...

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