Schadstoff im Schaum? Besondere Vertriebsbestimmungen für MDI-haltige Baustoffe

Baustoffe, die Methylendiphenyldiisocyanat (MDI) enthalten, gelten schon seit Ende 2010 als krebserregend und sind deshalb mit besonderen Bestimmungen für den Handel belegt. Problematisch hierbei ist, dass diese Stoffe in recht harmloser Erscheinungsform daherkommen und viele Baustoffhändler offensichtlich nicht wissen, dass sie mit Gefahrstoffen handeln. Betroffen sind insbesondere PU-Produkte, also Montageschäume und Kleber.

Problemlage

Schon seit dem 01.12.2010 sind MDI und MDI-haltige Gemische (ab 1% Gehalt aufwärts)durch die Verordnung (EG) 790/2009 (10.08.2009) in den Anhang VI der bereits bestehenden „CLP“-Verordnung (EG) 1272/2008 aufgenommen. Mit dieser Kategorisierung sind für Händler nach den §§ 3 und 5 ChemVerbotsV relativ weitreichende Pflichten verbunden.

MDI ist auch in diversen Artikeln aus dem Heimwerkerbedarf zu finden, u.a. in den folgenden:

Polyurethan(PU)-Schäume („Bauschaum“) PU-Kleber Brandschutzschäume

Für solche Produkte gilt, sofern sie 1% oder mehr MDI enthalten, eine umfangreiche Schadstoff-Kategorisierung nach der CLP-Verordnung. In der GESTIS-Datenbank finden sich die folgenden Warnhinweise nach GHS-Standard:

Karzinogenität (krebserregende Wirkung), Kategorie 2; H351 akute Toxizität, Kategorie 4, Einatmen; H332 spezifische Zielorgan-Toxizität (wiederholte Exposition), Kategorie 2; H373 Augenreizung, Kategorie 2; H319 spezifische Zielorgan-Toxizität (einmalige Exposition), Kategorie 3; H335 Reizwirkung auf die Haut, Kategorie 2; H315 Sensibilisierung der Atemwege, Kategorie 1; H334 Sensibilisierung der Haut, Kategorie 1; H317 Pflichten für den Händler

MDI-haltige Produkte scheinen also in der Tat nicht ganz unbedenklich zu sein ...

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