Der Münchner Fenstersturz

Zu einem meiner Medizinschadensfälle gehörte vor ein paar Jahren der Sturz eines Mannes, der sich in der psychiatrischen Abteilung einer Klinik befand.

Dort war es ihm mühelos möglich, unter dem Vorwand eines Telefonates, das er führen wollte, nicht nur ins Schwesternzimmer zu gelangen, sondern man liess ihn ungeachtet bestehender Suizidgefahr dort auch allein. Vermutlich hätte er gar nicht so unbedingt telefonieren wollen, hätte jenes Schwesternzimmer nicht etwas gehabt, was er sonst nirgendwo auf der Abteilung zur Verfügung hatte: Ein wunderschön frei zu öffnendes Fenster. Und das nutzte er genau so – er öffnete es, zog sich den eh dort praktischerweise davor stehenden Tisch noch bisserl näher heran, stieg gemütlich darauf und trat auf das Fensterbrett, musste dort wegen des Mauervorsprungs noch a bisserl herumtreten, bis er die für seinen Geschmack geeignete Stelle fand. Schliesslich wollte er nicht so gern an die Seitenmauer anschlagen, bevor er ebenerdig ankommen würde.

(Sie wären überrascht, warum das überhaupt eine Rolle spielte. Stichwort: Un-/Vorhersehbarkeit eines Suizidversuchs durch das Fenster dort)

In der ganzen Zeit war er dabei völlig ungestört, niemand auf dem Flur und durch das Glas der Schwesternzimmerfront beachtete all das. Und so sprang er völlig ungestört aus einer Höhe einiger Stockwerke. Wo er, bzw dieser Vorfall dann landete, war mein Schreibtisch.

Über den Umweg der privaten Krankenversicherung, die – eigentlich sonst ausschliesslich – zum Dauermandat der gemeinsam mit meinem damaligen Kollegen geführten Kanzlei eigentlich “nur” die Prozessmandate in Sachen Erstattung von Krankenversicherungsleistungen, Krankenhaustagegeld etc im Leistungsbereich mandatierte. Genau um solche ging es zwar im betreffenden Fall ja auch ...

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