OLG Schleswig: Bäckerei-Werbung „Schlank im Schlaf“ für proteinreiches Brot ist irreführend – Verstoß gegen UWG

Rechtsnormen: §§ 3, 5 UWG

Mit Beschluss vom 21.06.2012 (Az. 6 W 1/12) hat das OLG Schleswig entschieden, dass eine Bäckereikette für ein Brot mit hohem Proteingehalt nicht mit dem Slogan „Schlank im Schlaf“ werben darf.

Zum Sachverhalt:

Ende 2011 bewarb eine norddeutsche Bäckereikette in seinen 200 Filialen mittels Flyer ein Brot mit einem hohen Eiweißgehalt. Das Brot wird mit dem Slogan „Schlank im Schlaf“ angepriesen. Zeitgleich ist der Slogan Titel eines Buches mit Tipps zum Abnehmen auf Grundlage der sogenannten „Insulin-Trennkostmethode“. Der Flyer verwies auch auf das Buch, das mit Abbildung abgedruckt war. Ein Berliner Wettbewerbsverband erachtete dies als wettbewerbswidrig und verklagte die Bäckerei auf Unterlassung.

Das OLG Schleswig gab der Klage nun statt.

Das Oberlandesgericht vertritt die Ansicht, dass die Werbung der Bäckerei mittels Flyer gegen verbraucherschützende Vorschriften verstößt und insbesondere irreführend ist. Im Ergebnis liege ein Verstoß gegen geltendes Wettbewerbsrecht vor.

Das Gericht führt aus (Mitteilung vom 22.06.2012):

„Bei Werbung, die die Gesundheit betrifft, gelten besonders strenge Anforderungen an die Wahrhaftigkeit. Das Brot als solches habe keine schlank machende Wirkung. Der auf der Außenseite des Faltblatts abgedruckte Werbespruch “Schlank im Schlaf” erwecke jedoch den Eindruck, dass der Verzehr des Brots selbst schlank mache. Dieser Eindruck werde dadurch verstärkt, dass das als Blickfang auf dem Flyer abgebildete Brot eine Banderole mit dem deutlich lesbaren Werbespruch trägt. Der Hinweis auf dem Faltblatt “entspricht dem Abnehmkonzept nach Dr. P ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK