Die Hochzeitshupe

Es gibt kaum ein glücklicheres Ereignis als eine Hochzeit. Außer eine Scheidung, jedenfalls für Anwälte. Aber das sagen wirklich nur die ganz schlimmen. Bleiben wir bei Glück: Klar, dass davon auch die Umwelt etwas mitbekommen soll. Es läuten also die Glocken und beim anschließenden Autokorso schallen die Hupen. Dabei soll es sich übrigens um einen alten Brauch handeln, der sich aus dem Klingeln der Hochzeitskutschen unter Anpassung an moderne Technik in die Gegenwart gerettet hat.

Darf man das?

Eigentlich nicht. § 16 StVO schreibt in unerbitterlicher Härte vor, dass “Schall- und Leuchtzeichen” nur geben darf, wer außerhalb geschlossener Ortschaften überholt oder sich oder andere gefährdet sieht. Das “außerhalb” kommt vor, ist aber nicht der Normalfall. Beim Überholen hupt ohnehin niemand mehr. Und bei ordentlicher Auslegung des Gesetzes nach seinem Sinn und Zweck wird ein Jurist zu dem Schluss kommen, dass eine Hochzeit auch eher keine Gefährdung im Sinne der StVO ist. Damit ist das eigentlich eine OWi, macht nach dem Bußgeldkatalog ein Verwarngeld von € 10, bei hartnäckiger Wiederholung kann es sogar mehr werden. Praktisch passiert das allerdings wohl nie: Auch ein Ordnungshüter kann ja mal ein Ohr zudrücken. Nur wenn es im Kreisverkehr um ein Krankenhaus oder durch eine andere besondere Ruhezone geht, kann das natürlich anders aussehen. Aber auch da wird es der Ordnungshüter wohl ersteinmal bei einer Ermahnung belassen ...

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