Abschlepp-Abzocke – Betroffene können sich wehren

Mietrecht, WEG Recht, Zivilrecht

Keine Zeit und kein Parkplatz. Diese Situation ereilt über kurz oder lang fast jeden Autofahrer. Die Folge ist ein unter Umständen teures Abschleppvergnügen. Besonders problematisch sind Abschleppvorgänge, wenn Fahrzeuge von Privatgrundstücken, wie Supermarktparkplätzen oder Veranstaltungsgeländen entfernt werden sollen. Die Polizei oder die Ordnungsämter werden nicht tätig, da es sich nicht um öffentliches Straßenland handelt. Jedoch verdienen sich hier einige windige Abschleppfirmen in Absprache mit dem Grundstückeigentümer eine goldene Nase und nutzen die Unwissenheit und Hilflosigkeit der betroffenen Falschparker rigoros aus.

Es muss ganz deutlich erwähnt sein, dass nur zwischen Grundstückseigentümer und Abschleppunternehmen ein Vertrag besteht. Der Grundstückseigentümer seinerseits hat besitzrechtliche Ansprüche gegen den störenden Falschparker. Ein Vertrag oder gesetzliche Ansprüche zwischen Abschlepper und Abgeschlepptem bestehen hingegen nicht.

Natürlich sollte nicht verkannt werden, dass der Grundstückseigentümer es nicht hinnehmen muss, wenn sein Grund und Boden zugestellt und Notwege blockiert werden. Wer falsch parkt hat normalerweise die Konsequenzen seines Handelns zu tragen und auch die tatsächlichen Kosten der Entfernung des Pkw vom Grundstück zu übernehmen.

Nicht toleriert werden sollte aber die Art und Weise, wie einzelne „Abzocke-Abschlepper“ vorgehen und in teilweise strafrechtlich relevanter Manier den Falschparkern ihr Geld abnötigen. Das Landgericht Augsburg (LG Augsburg, Urteil vom 10.05.2010, Az. 1 KLs 601 Js 108566/09) hat dann auch einen Abschlepper wegen Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten verurteilt. In diesem Fall wurden – mitunter auch bei richtig parkenden Autofahrern – Rangierroller oder Parkkrallen in Anwesenheit der Geschädigten eingesetzt und die Fahrzeuge erst nach Zahlung eines hohen Betrages freigegeben ...

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