Werbung mit alten Testergebnissen irreführend

Das OLG Zweibrücken hat mit einer aktuellen Entscheidung klargestellt, dass die Werbung mit Testergebnissen wettbewerbswidrig ist, wenn bereits neuere Testergebnisse vorliegen und diese dem werbenden Unternehmen eine „schlechtere Note“ bescheinigen.

Ausgangsfall:

Die Beklagte ist Herstellerin von Sicherheitsschlössern. Ein von ihr vertriebenes Fahrradbügelschloss mit der Bezeichnung „S“ wurde von der Stiftung Warentest im Jahr 2007 mit dem Testergebnis „gut“ beurteilt. Im Dezember 2008 unterzog die Stiftung Warentest das Fahrradschloss einem erneuten Test und hielt dabei an dem früheren Testurteil „gut“ aus dem Jahr 2007 nicht mehr fest, sondern beurteilte das Fahrradschloss schlechter. Dennoch bewarb die Beklagte das Fahrradbügelschloss „S“ sowie das baugleiche von ihr vertriebene Fahrradbügelschloss „T“ weiterhin mit dem Testurteil „gut“ aus dem Jahre 2007, ohne auf das neuere Testurteil hinzuweisen.

Der klagende Verbraucherverband hielt diese Werbung für wettbewerbswidrig, da sie die Verbraucher in die Irre führe und ein falsches Bild von den Testergebnissen abgebe, da die Beklagte auf das spätere schlechtere Testergebnis nicht hingewiesen habe.

Zur Entscheidung:

Das OLG Zweibrücken hat der Klage stattgegeben und die Werbung der Beklagten als unzulässig und damit wettbewerbswidrig im Sinne der §§ 3,5 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 UWG beurteilt. Das Gericht führt hierzu unter anderem aus, dass die Werbung deshalb irreführend und damit unlauter sei, weil die Stiftung Warentest von ihrer „guten“ Bewertung für das Fahrradschloss aufgrund einer späteren Nachtestung davon abgerückt sei und die Beklagte diesen Umstand in ihrer Werbung dem angesprochenen Publikum verschweige ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK