Mallorcas frühere politische Elite wandert sukzessive in den Knast

Wappen der Balearen

Korruptionsverfahren und kein Ende. Jetzt hat es den früheren Abgeordneten des Regionalparlaments der Balearen und früheren Baudezernenten des Inselrates, Bartomeu Vicens, und seinen Parteifreund und früheren Generalsekretär der Regionalpartei Unió Mallorquina, Damiá Nicolau, erwischt. Wie die deutschsprachige Mallorcazeitung berichtet, sah es ein Gericht in Palma als erwiesen an, dass Vicens 12.020 Euro aus öffentlichen Mitteln an den Buchhalter Tomás Martín für eine Studie gezahlt hatte, die sich als Plagiat erwies. Das Geld floss laut dem Urteil als Gegenleistung für die Fälschung von Rechnungen, die einem mutmaßlichen Steuerbetrug dienten. Nicolau sei sein Komplize gewesen. Deshalb verurteilte es die beiden zu Freiheitsstrafen von 4 1/2 Jahren bzw. von 2 Jahren und 3 Monaten. Vicens, der inzwischen sein Ageordnetenmandat niedergelegt hat und aus seiner Partei ausgetreten ist, kündigte Berufung an. Gegen ihn wird in weiteren Fällen mutmaßlicher Korruption ermittelt.

Das aktuelle Urteil reiht sich in eine Vielzahl von Urteilen und Verfahren gegen führende Politiker und verantwortliche Verwaltungschefs und -mitarbeiter auf der größten Baleareninsel ein. Korruption hat auf Mallorca eine lange Tradition. Bis vor wenigen Jahren durften sich die Mächtigen noch einigermaßen sicher sein, dass ihnen nichts passieren wird. Eine willfährige und überlastete Justiz hat es lange gescheut, konsequent gegen die Selbstbedienungswirtschaft vorzugehen. Das hat sich jedoch geändert. Insbesondere Richter und Staatsanwälte, die vom Festland kommen und deshalb nicht durch ihre Familien in die traditionellen Machtstrukturen eingebunden sind, haben seit einiger Zeit damit begonnen, ohne persönliche oder politische Rücksichtnahmen zu ermitteln ...

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