Deutschlands Arbeitsgerichte (12) – Karlsruhe

Vor lauter Juristerei war es still geworden um unsere kleine Serie. Heute geht es weiter – mit dem juristischen Nabel der Republik: Karlsruhe. Mitten im Zentrum, genau zwischen dem Bundesverfassungsgericht und dem Bundesgerichtshof liegt in Karlsruhe das Arbeitsgericht in der Ritterstraße 12. Wer am Hauptbahnhof eine Straßenbahn zum Marktplatz nimmt und hinter der Pyramide der Zehringer Straße folgt, stößt genau auf das Hauptgebäude des Arbeitsgerichts. Von Karlsruhe sollte man wissen, dass es sich um eine der letzten großen europäischen Stadtgründungen handelt, die auf dem Reißbrett entworfen wurde. Karlsruhe wurde im Jahr 1715 von Markgraf Karl Wilhelm von Baden und entwickelte sich von dessen Schloss aus fächerförmig nach Süden. Das in der der westlichen Innenstadt liegende Arbeitsgerichtsgebäude – die Ritterstraße geht in eine Shoppingmeile über – steht in direktem Zusammenhang mit dem Karlsruher Ständehaus, den ersten Parlamentsneubau in Deutschland, das von 1822 bis 1933 den Badischen Landtag beherbergte. Das Arbeitsgerichtsgebäude ist ein Verwaltungsbau, der dem Ständehaus angeschlossen war. Es ist auf zeitgenössischen Abbildungen noch nicht zu sehen, wird also erst nach 1822 errichtet worden sein. Während das Parlamentsgebäude im Krieg zerstört wurde und an dessen Stelle ein Neubau die Stadtbibliothek beherbergt, wurde der erhalten gebliebene Anbau vor nicht allzulanger Zeit renoviert.*

Der Bau verfügt über eine symmetrisch gestaltete Fassade, deren Erdgeschoss durch Stuckwerk abgegrenzt wird. Die Ränder und die Mittelachse des Gebäudes werden durch Pilaster abgesetzt. Die Mitte des Gebäudes wird durch drei vertikale Gesimse betont. Im ersten Stock befinden sich nicht nur die Verhandlungssäle, sondern auch die höheren Sprossenfenster, was die Bedeutung der Etage betont. Der Übergang zum Satteldach wird daggen durch ein gerastertes Stuckgesims hervorgehoben ...

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