Arztbewertung: Internetportal muss Kritik löschen

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat die vom Bundesgerichtshof im Herbst vergangenen Jahres für Internetprovider postulierten Prüfpflichten noch verschärft: Es hat dem klagenden Zahnarzt vorläufig einen Unterlassungsanspruch gegen den Betreiber eines Internetportals zur Bewertung ärztlicher Leistungen zugebilligt. Der Betreiber des Internetforums, der nach eigenen Angaben 150.000 Ärztebewertungen veröffentlicht, wurde vorläufig zur Unterlassung verpflichtet, will aber gegen das Urteil weiter vorgehen.

Ein Nutzer hatte die Bewertung seiner zahnärztlichen Implantatbehandlung anonym in das Forum eingestellt und darin zum Ausdruck gebracht, dass der Kläger ein fachlich inkompetenter Zahnarzt sei, der vorrangig eigene wirtschaftliche Interessen verfolge und hierbei das Interesse seiner Patienten an einer dem medizinischen Standard entsprechenden Behandlung außer Acht lasse. Hiermit war der Zahnarzt nicht einverstanden. Er wies den Provider darauf hin, dass er – auch nach Durchsicht aller Patientenunterlagen - eine der Bewertung zugrunde liegende Implantatbehandlung in dem angegebenen Zeitraum gar nicht durchgeführt habe, die Bewertung folglich schon aus diesem Grund falsch sei. Der Provider fragte daraufhin bei seinem Kunden lediglich nach, ob sich der Sachverhalt so zugetragen habe wie von ihm dargestellt ...

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