Freispruch für Verena Becker?

Der Antrag hat nicht überrascht: Die Verteidiger von Verena Becker, Rechtsanwalt Walter Venedey (Berlin) und Hans Wolfgang Euler (Frankfurt) beantragten im “Buback-Prozess“, Verena Becker vom Vorwurf des Mordes als Mittäterin oder Helferin sowie wegen der Verabredung einer Straftat freizusprechen. „Juristisch“ sei ihre Mandantin nicht schuldig. Ausführlich begründeten Euler und Venedey diesen Antrag – und übten scharfe Kritik an Nebenkläger Michael Buback und an Rechtsanwalt Matthias Rätzlaff, der den Bruder des ermordeten Generalbundesanwalts vertritt.

„Flucht aus der Realität“, „Lügen“, „verantwortungsloses Handeln“, sogar „Selbstjustiz“ warfen Venedey und Euler Michael Buback vor. Er habe die Fakten der Hauptverhandlung einseitig gewertet, verdreht und ein „Konstrukt“ erstellt, das seinen Vorstellungen entspreche. Das Verena Becker die Schützin bei den Morden von Karlsruhe gewesen sei, habe für ihn von Anfang an festgestanden. Dass er nun, am Ende des Prozesses sogar angedeutet habe, zur Urteilsverkündung gar nicht zu erscheinen, weil für ihn das Ergebnis ohnehin schon feststehe, nannte Walter Venedey „Selbstjustiz“ und eine Missachtung des Gerichtes. Hans Wolfgang Euler beschrieb aus seiner Sicht die Argumentation der Nebenklage: „Man kommt zum Dann, ohne sich dem Wenn genügend gewidmet zu haben“.

Die Verteidiger wiesen demonstrativ auf viele Gemeinsamkeiten mit der Bundesanwaltschaft hin. So teile man ausdrücklich die „sehr akribischen“ Ausführungen der Anklage zum äußeren Geschehensablauf des Attentats. „Das hätten wir nicht besser machen können“, sagte Venedey. Erhebliche Meinungsverschiedenheiten gab es trotzdem: Aus Sicht der Verteidigung bemüht die Anklage mit Peter-Jürgen Boock einen nach wie vor unglaubwürdigen Zeugen ...

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