Eigentor: Gewinnspiel mit Fußballkarten

Parasit, Schmarotzer, Trittbrettfahrer. Die Begriffe hören sich nicht so nett an, fallen aber im Zusammenhang mit dem so genannten "Ambush Marketing". Und mit "Ambush Marketing" hat das Landgericht Stuttgart auch eine aktuelle Entscheidung überschrieben. Die befasste sich zwar nicht mit der laufenden EM, aber dafür mit der Champions League. Was war geschehen? Es ging um den Hersteller von Fußballschuhen und anderen Sportartikeln. Der veranstaltete ein Gewinnspiel, bei dem man "zwei VIP-Tickets für das Champions-League-Finale 2012" in München gewinnen konnte. Die UEFA, die die Worte "Champions League" als Wortmarke geschützt hat, war not amused und verlangte Unterlassung. Da der Sportwarenhersteller keine Unterlassungserklärung abgeben wollte, kam es zum Gerichtsverfahren. Die UEFA berief sich dabei nicht auf ihr Markenrecht, sondern auf Wettbewerbsrecht. Das ging nicht gut aus für den Sportartikelhersteller: Er wurde verurteilt, kein Gewinnspiel mit Eintrittskarten der UEFA mehr zu veranstalten, wenn er keine Lizenz dafür habe. Und das Ganze wurde für ihn auch richtig teuer. Der Streitwert des Verfahrens wurde auf 100.000,- Euro festgesetzt. Merke daher: Wer mit Großereignissen wie Fußballspielen oder auch den Olympischen Spielen wirbt, sollte vorher genau nachdenken und abklären, ob er das darf. Der DIHK hat hierzu auch ein schon zwei Jahre altes, aber immer noch aktuelles Merkblatt namens "Titel, Tore, Marketing" (pdf) herausgegeben. Die Entscheidung im Einzelnen Wer mehr zum Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 19.01.2012, Aktenzeichen: 35 O 95/11 KfH, wissen will, findet im Folgenden die Gründe im Einzelnen: - Wettbewerber (+) Das Gericht stellte erst einmal fest, dass UEFA und Hersteller Wettbewerber sind: Der gute Ruf der Champions League werde ausgenutzt, was zu einer Konkurrenzsituation führe ...Zum vollständigen Artikel


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