Stell Dir vor, Deine Menschenrechte werden verletzt, und Du merkst es gar nicht

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat in den letzten Jahren viel Kritik einstecken müssen, seiner Neigung wegen, Menschenrechtsverletzungen auch dort festzustellen, wo sie niemand so leicht vermutet hätte.

Jetzt kommt auch Deutschland mal in den Genuss einer solchen Entscheidung, wenngleich der Fall in einem Feld spielt, das mir persönlich und wohl auch den meisten anderen Deutschen nicht so nahe liegt, dass mir gleich die Galle hochkäme: Es geht um das Jagdwesen, genauer um die Pflicht von Grundeigentümern, zu dulden, dass auf ihrem Grund und Boden Jäger Tiere töten.

Das fand ein Grundeigentümer aus Baden-Württemberg aus Gewissensgründen so schlimm, dass er nach Straßburg zog. Das Kammerurteil gab ihm unrecht, aber er ging in Berufung. Und siehe: Die Große Kammer kam tatsächlich zu dem Schluss, mit dieser Pflicht werde das Recht auf Eigentum nach Art. 1 Prot. 1 EMRK mit Füßen getreten.

Die Urteilsgründe bemühen sich hauptsächlich darum, zu belegen, dass der Fall nicht wesentlich anders liegt als in Frankreich und in Luxemburg, wo der EGMR schon früher entsprechende Jagdgesetze gekippt hatte ...

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