Raubeinnahmen versteuern

“Musste es denn gleich ein bewaffneter Raubüberfall sein? Hätten Sie nicht zunächst eine ordentliche Zahlungsklage wegen der Drogenschulden erwägen können?”

Gut, dass es nicht meine Mandantin, sondern eine Mitangeklagte war, an die sich diese Frage richtete. Ich hätte nicht spontan gewusst, ob ich ein höfliches Lächeln wegen des Scherzes oder eine ernsthafte Antwort auf diese Frage hätte empfehlen sollen. Wie die Wachtmeister mir in einer Verhandlungspause kopfschüttelnd zuflüsterten, kommen von der Richterin häufig solche Fragen. Diese war also leider ernst gemeint.

Im Prinzip könnte nach einer Verurteilung wegen eines -sagen wir- Banküberfalls ein weiteres Verfahren aufgemacht werden, nämlich ein Steuerstrafverfahren. Denn die wenigsten Räuber, die ich in meiner Laufbahn so kennen lernte, haben nach einem erfolgreichen Raubüberfall ihren daraus erzielten Gewinn als Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit in ihrer Steuererklärung angegeben ...

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