Fälschung einer Faxsendung im Fall des Behandlungsfehlers an St.-Anna-Klinik durch Oberarzt?

Eine Fehlmedikation führte im Februar 2012 bei einem Neugeborenen in der Wuppertaler St.-Anna-Klinik zu teils irreparablen Verätzungen der Augen. Jetzt haben die Ermittler Berichten zufolge ein mutmaßlich gefälschtes Fax entdeckt, mit dem ein Fehler vertuscht werden sollte. Der Verdacht richte sich gegen einen der Oberärzte.

Für drei Neugeborene waren für 7. Februar 2012 in der St.-Anna-Klinik in Wuppertal-Elberfeld jeweils eine Routineuntersuchung angesetzt. Dabei wurden den Säuglingen unter anderem Augentropfen verabreicht, deren Dosierung 1.000-fach zu hoch gewesen sei. Weil die Babys zu schreien begannen, beendeten die Ärzte die Behandlung und säuberten die Augen. Bei zwei Neugeborenen blieben keine Schäden. Für das dritte Kind kam die Hilfe zu spät: Ein Auge ist erblindet, das andere nur eingeschränkt sehfähig. Nachdem die Staatsanwaltschaft bisher wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelte, soll nach nunmehrigen Erkenntnissen einer der Oberärzte versucht haben , die Akten über den Vorgang zu fälschen.

Laut Ermittlungen kam es zur Fehlmedikation aufgrund einer Anordnungskette:

Eine Augenärztin orderte für die anstehenden Routineuntersuchungen Augentropfen, sendete die Anweisung per Fax an einen Oberarzt, der Medikament und Dosis per Mail an die Krankenhausapotheke weiterleitete. In dieser Mail soll es zu einem verhängnisvollen Flüchtigkeitsfehler gekommen sein: Statt des richtigen Mengen-Kürzels “mg” (für Milligramm) stand lediglich “g” (für Gramm) in der Mail. Warum bei der Apotheke keine Schlüssigkeitsprüfung der hohen Dosis stattfand, werde laut Staatsanwaltschaft noch ermittelt ...Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK