Asche zu Asche, Zahngold zu Zahngold. Für 180.000,- Euro

Es bleibt ein wenig morbide bei kLAWtext: Wenn Sie Nicht-Jurist sind und sich mal ein Bild davon machen wollen, womit wir Juristen uns so tagaus, tagein beschäftigen, dann lesen Sie bitte den Beitrag "OLG Hamburg: Zur Strafbarkeit der Entnahme von Zahngold nach Einäscherung eines Verstorbenen" bei juraexamen.info. Hier ging es um einen Mitarbeiter in einem Krematorium, der mit dem Verkauf von Zahngold immerhin an die 180.000,- Euro gemacht haben soll. Das Gericht stand dabei vor schwer wiegenden Fragen: Wem gehört eigentlich das Zahngold nach dem Tod? Werden nicht die Erben des Verstorbenen Eigentümer des Zahngolds? Antwort: Nein, denn das Zahngold wird erst mit dem Tod zu einer Sache (so wie nämlich die Leiche auch). Wenn es aber vor dem Tod keine Sache gab, kann diese auch nicht vererbt werden. Ist das Zahngold für den Mitarbeiter "fremd" - oder eignet er sich nur "herrenlose Sachen" an? Das ist wichtig für die Beantwortung der Frage, ob ein Diebstahl nach § 242 StGB (Strafgesetzbuch) in Frage kommt. Antwort: Das Zahngold ist herrenlos. Liegt zumindest ein versuchter Diebstahl nach § 242 Absatz 2 StGB vor, da der Täter davon ausgehen musste, dass er eine "fremde" Sache stahl? Antwort: In diesem Falle bejaht das Gericht versuchten Diebstahl - es gab eine (wenn auch unwirksame) Verfügung, nach der der Friedhofsbetreiber Eigentum erwerben sollte. Das Gericht ging aufgrund des langandauernden Vertriebs von Zahngold sogar davon aus, dass der Täter gewerbsmäßig handelte und verurteilte ihn zu versuchtem Diebstahl in besonders schwerem Fall nach § 243 Absatz 1 Satz 1 StGB ...Zum vollständigen Artikel


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