Drastische Kürzungen oder: Sicherheitsvorschriften bei Frost einhalten

Die 9. Zivilkammer des Landgerichts Essen hat mit Urteil vom 16. Februar 2011 entschieden (Az.: 9 O 178/09), dass ein Versicherter gegen Sicherheitsvorschriften verstößt, wenn er versäumt, ein weitgehend leer stehendes Gebäude im Winter zu beheizen bzw. das Wasser abzulassen. Sein Gebäudeversicherer darf im Schadensfall seine Leistungen wegen grober Fahrlässigkeit drastisch kürzen. Der Kläger war bei der Beklagten wohngebäudeversichert. Eingeschlossen war das Leitungswasserrisiko. In dem versicherten Objekt befanden sich eine Gaststätte sowie vier Wohnungen, von denen drei der Wohnungen sowie die Gaststätte nicht mehr genutzt wurden. Der vierte Mieter sollte am 31. Dezember 2008 ausziehen. Weil er diesen Termin nicht halten konnte, hatte er mit dem Kläger vereinbart, die Wohnung noch den Januar über nutzen zu dürfen. Der Mieter bemerkte Mitte Januar, dass an einer der Wände seines Kellers Wasser herablief. Ursache dafür war ein infolge Frosteinwirkung gebrochenes Rohr in der unbewohnten Dachgeschosswohnung des Hauses. Dabei entstand ein Gebäudeschaden in Höhe von fast 12.000,- Euro, den der Kläger bei seinem Gebäudeversicherer geltend machte. Doch dieser wollte nur einen geringen Teil der Kosten übernehmen. Der Versicherer war der Ansicht, dass der Kläger gegen die dem Vertrag zugrunde liegenden Sicherheitsvorschriften verstoßen und den Rohrbruch somit grob fahrlässig ermöglicht hatte. Nach diesen Vorschriften war der Versicherte nämlich unter anderem dazu verpflichtet, wasserführende Einrichtungen in nicht genutzten Gebäudeteilen abzusperren und zu entleeren und sie regelmäßig zu kontrollieren ...Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK