Das Zustandekommen eines Fernabsatzvertrages nach britischem Recht

Europäische Richtlinien haben zwar einheitliche Grundlagen für den Onlinehandel in der Europäischen Union geschaffen. Wichtige Einzelfragen sind jedoch in den einzelnen europäischen Mitgliedsstaaten unterschiedlich geregelt. Das trifft auch für das Zustandekommen von Fernabsatzverträgen zu. Es ist keineswegs trivial, wann ein verbindlicher Fernabsatzvertrag zustande kommt. Nach dem Zustandekommen eines Fernabsatzvertrages ist der Onlinehändler an sein Angebot gebunden. Er kann sich dann nach Zustandekommen eines Vertrages von seiner vertraglichen Lieferfrist nur noch in Ausnahmefällen lösen.

Das britische Recht unterscheidet ähnlich wie das deutsche Recht zwischen der unverbindlichen Darstellung des Warenangebots im Onlineshop des Onlinehändlers und dem Angebot des Kunden durch elektronische Bestellung der Ware nach allgemeinem Vertragsrecht. Dies ist in anderen europäischen Staaten wie Frankreich durchaus anders geregelt (s. hierzu News zum Zustandekommen von Fernabsatzverträgen nach französischem Recht). Das britische Recht ist aber hinsichtlich der Frage, wann von einer verbindlichen Annahme eines Kaufangebots durch den Onlinehändler auszugehen ist, verkäuferfreundlicher als das deutsche Recht.

I. Rechtliche Grundlagen

Gesetzliche Grundlage für Fernabsatzverträge im britischen Recht sind im Wesentlichen: Sale of Goods Act 1979 (SGA), Electronic Commerce Regulations (ECRs), Consumer Protection Distance Selling Regulations (DSRs), Consumer Protection from Unfair Trading Regulations 2008 (CPRs) . Die E-Commerce Regulations und die Distance Selling Regulations setzen EU-Richtlinien (Richtlinie 2000/31/EG „Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr und Richtlinie 97/7/EG „Richtlinie über den Verbraucherschutz bei Vertragsabschlüssen im Fernabsatz“) in britisches Recht um ...

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