Versandhandel mit Medikamenten: Kooperationsmodell verstößt gegen das Arzneimittelrecht

Der Versandhandel mit Arzneimitteln ist grundsätzlich erlaubt, unterliegt aber strengen gesetzlichen Regelungen: Die Abgabe der Arzneimittel ausschließlich durch eine Apotheke erfolgen, und diese wiederum bedarf einer gesonderten behördlichen Erlaubnis. Kooperationsmodelle zwischen Internetshops und einer Apotheke, bei denen die Bestellung von Medikamenten größtenteils vom Webshop abgearbeitet werden und die Apotheke lediglich die Medikamente beistellt, verstoßen nach aktueller Rechtsprechung gegen das Arzneimittelrecht (vgl. Landgericht Wiesbaden, Urt. v. 07.12.2011, Az. 11 O 29/11).

Im aktuellen Fall war über das Geschäftsmodell eines e-Traders zu entscheiden, der Sanitätsbedarf und in Kooperation mit einer Apotheke auch Arzneimittel anbot. Wurden über den Webshop apothekenpflichtige Arzneimittel angefordert, so stellte der Betreiber hierüber einen 1:1 Datensatz her, der unmittelbar an die Apotheke übersandt wurde. Diese stellte daraufhin die bestellten Mittel zusammen und verpackte sie in einem Plastikbeutel. Der Kunde erhielt dann sowohl die in einem separaten Plastikbeutel abgepackten apothekenpflichtigen Arzneimittel als auch sonstige bestellte Waren in einer einheitlichen Lieferung des Webshops. Dieser war eine einheitliche Rechnung beigefügt, in der sämtliche Waren aufgeführt waren; hierzu erfolgte der Hinweis, dass es sich bei gesondert gekennzeichneter Ware („Apo.“) um apothekenpflichtige Arzneimittel handele, die von der Apotheke geliefert würden und der Lieferung als Beipack beigefügt seien. Die Bezahlung der apothekenpflichtigen Arzneimittel erfolgte zusammen mit der Bezahlung für die anderen Produkte auf das Geschäftskonto des Webshops.

Diese Vorgangsweise verstößt nach Ansicht des Landgerichts Wiesbaden gegen das geltende Arzneimittelrecht, da für den Endabnehmer der Unterschied zwischen der Bestellung von Sanitätsbedarf und der Bestellung von apothekenpflichtigen Produkten nicht mehr hinreichend deutlich wird (vgl ...

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