Leistungsschutzrecht für Verleger alternativlos?

Laut Entwurf des siebenten Gesetzes zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes vom 13. Juni soll Presseverlagen ein ausschließliches Recht an Presseerzeugnissen eingeräumt werden. Presseerzeugnisse eines Verlags dürfen danach nur mit Zustimmung des Verlags öffentlich zugänglich gemacht werden. Damit ist die Übernahme von Inhalten aus Presseerzeugnissen in Newsaggregaten wie Google News aber auch in Blogs gemeint. Dahinter steckt der Gedanke des Schutzes der wirtschaftlichen Vergütung einer schützenswerten Leistung. Das Problem hier ist jedoch die Verschmelzung von freihaltebedürftiger Information und geschützten Inhalten. Weil das Teilen von Information Kernbestandteil der Möglichkeiten des Internets ist, und weil Ausschließlichkeitsrechten u.a. die Rolle von Gatekeepern zukommen kann, besteht eine Debatte zwischen der Verlegerlobby und ihren Gegnern. Die einen stellen die Inhalte bereit und die anderen wollen diese zu eigen machen und teilen. Kritiker befürchten, dass Verlagen eine zu hohe Macht erhalten Informationsflüsse zu kontrollieren. Der Interessenkonflikt ist vorprogrammiert. Die Verschiedenen seit Jahren bestehenden Positionen, die Vor- und Nachteile eines Leistungsschutzrechtes für Verleger können auf verschieden Seiten abgerufen werden: Wikipedia, Leistungsschutzrecht.info, BDVZ u.V.m. Auf die einzelnen Argumente soll hier nicht erneut eingegangen werden. Ich kann dem Leistungsschutzrecht wenig abgewinnen. Gerade im Zusammenhang mit Kommunikations- und Informationsmedien sollte nicht leichtfertig mit Ausschließlichkeitsrechten um sich geworfen werden. Zu sehr hängt Gesellschaft vom Informationsaustausch der Individuen ab. Informationsaustausch macht aus Individuen eine Gesellschaft, Informationsaustausch reproduziert Gesellschaft. Die Möglichkeiten des Einflusses auf kommunizierte Inhalte sollte eher die Ausnahme bleiben damit der Prozess des Informationsaustauch und die Gesellschaftsreproduktion nicht gestört wird ...Zum vollständigen Artikel


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