Der Arbeitsweg und der Alkohol

Alkohol ist des Autofahrers ärgster Feind, und dabei geht es nicht nur um den Führerschein. Betroffen sein kann auch die Familie. Und das in einem Zusammenhang, an den wohl kaum jemand denkt:

Der Familienvater kam nach einem fast 14-stündigen Arbeitstag auf der Nachhausefahrt in einer langgezogenen Kurve von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Er verstarb. Wie es zu dem Unfall kam, konnte letztlich nicht geklärt werden. Zu schnell fuhr er nicht, die Aufprallgeschwindigkeit betrug nur 40 km/h. Möglicherweise war der Mann am Steuer eingeschlafen. Bei der Obduktion wurde ein BKA von 0,93 o/ooo festgestellt.

Die gesetzliche Unfallversicherung lehnte die Einstufung als Arbeitsunfall ab. Die Ehefrau und Kinder waren damit nicht einverstanden. Nur wenn ein Arbeitsunfall vorlag, hatte die Familie Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung wie Sterbegeld, vor allem aber Hinterbliebenenrente. Die Frage “Arbeitsunfall oder nicht” kann da durchaus von existentieller Bedeutung sein.

Arbeitsunfall oder nicht

Abgelehnt wurde der Arbeitsunfall wegen des Alkoholspiegels. Nach § 8 Abs.2 SGB VII ist in der gesetzlichen Unfallversicherung auch “das Zurücklegen des mit der versicherten Tätigkeit zusammenhängenden unmittelbaren Weges nach und von dem Ort der Tätigkeit” versichert. In Kurzfassung: Der Arbeitsweg. Hier war noch alles in Ordnung, denn der Mann war ja auf dem Weg nach Hause. Aber nach § 7 Abs. 1 SGB VII muss auch ein Arbeitsunfall vorliegen. Das ist nach der Rechtsprechung nur der Fall, wenn ein enger Zusammenhang mit der Arbeit oder hier dem Arbeitsweg vorliegt und der Unfall gerade durch “betrieblichenUmstände” verursacht ist. Und da sagte die Sozialversicherung: Das haben wir hier nicht ...

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