Wachsame Achtsamkeit: Frau vdL, der Blackberry und die „glasklare“ Arbeitszeit

Glasklar, so soll die Arbeitszeit geregelt sein. Sagt Frau von der Leyen. Die Arbeitsministerin will, dass Funkstille in der Freizeit herrscht. Keine Emails mehr abends am Blackberry, während des Public Viewing. Keinen Laptop am Pool aufklappen. Die Trennung zwischen Freizeit und Arbeit endlich wieder einführen.

Gar nicht einfach übrigens, weil man kaum weiß, was Arbeit überhaupt bedeutet:

Das Anliegen der Frau Ministerin ist verständlich und berührt auch ein tatsächlich bestehendes Problem. Man kann darin sogar ver.di beipflichten, die schlicht sagen, wenn diese Blackberry-Zeiten bezahlt würden, würden die Unternehmen sie auch auf das nötigste beschränken (daraus können Sie übrigens schließen, dass sie gegenwärtig nicht immer bezahlt werden). Aber vdL nennt auch deshalb keine schnelle Lösung, weil man mit dem Anspruch „glasklar“ keine Gesetze hinbekommt, außer, es sind fehlerhafte, unsinnige oder eben schlicht unbrauchbare. Das gilt vor allem für so ein schwieriges Thema wie Arbeitszeit. Die Presse schreibt sich deshalb auch schon die Finger wund, was das nur heißen soll, sogar Juristen, gar Anwälte werden dazu befragt. Was also ist Arbeitszeit eigentlich?

„Glasklar“ ist, dass es neben Arbeitszeit „normal“ jetzt bereits (mindestens mal) drei andere Arbeitsformen gibt:

Arbeitsbereitschaft Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft

Weil wir Juristen nicht zählen können, sehen Sie da oben drei Begriffe, die aber sechs sind.

Das liegt daran, dass jeder der Begriffe noch je einen öffentlich-rechtlichen und einen entgelt- (zivil-)rechtlichen Aspekt hat. Man könnte da auch von einer „Doppelnatur“ reden, das ist ein beliebter Begriff, aber eigentlich ist er allzu philosophisch, denn eine Arbeitsbereitschaft hat schließlich keine „Natur“. Es gibt Regeln, wie viel Arbeit überhaupt erlaubt ist und andere, ob und wie sie ggf. bezahlt werden muss ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK