Somalische Piraten allerorten: Hohe Haftstrafen in Frankreich, Holland und Kenia, lebenslänglich in Abu Dhabi und Korea, Hamburg lässt auf sich warten

Wandskulptur im Hamburger Landgericht

Während der erste Piratenprozess auf deutschem Boden seit 400 Jahren einfach nicht zu Ende kommen will, ist es in zahlreichen anderen Ländern bereits zu Urteilen gegen piraterieverdächtige Somalier gekommen. Erst gestern hat ein Gericht in Paris 6 angeklagte Somalier zu Freiheitsstrafen zwischen 4 und 10 Jahren verurteilt. Die zwischen 25 und 50 Jahre alten Männer hatten im April 2008 im Golf von Aden ein Segelboot gekapert und später 1,7 Millionen Euro Lösegeld erpresst. Nach vierjähriger Untersuchungshaft hatte das Verfahren am 22. Mai begonnen und konnte in 3 Wochen mit einem Urteil abgeschlossen werden. Erst im November 2011 waren 5 Angeklagte ebenfalls in Paris zu Freiheitsstrafen zwischen 4 und 8 Jahren verurteilt worden. Auch hier ging es um den Überfall auf ein Segelschiff und die Entführung eines französischen Ehepaares. Bei der Befreiung durch französische Marines war ein Pirat ums Leben gekommen.

Im ersten europäischen Verfahren gegen somalische Piraten hatte ein Gericht in Rotterdam im Juni 2010 fünf Somalier, die ein türkisches Schiff angegriffen und mit Granatwerfern und Maschinengewehren beschossen hatten, zu jeweils 5 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die Besatzung des angegriffenen Schiffes hatte das Boot der Piraten mit Leuchtmunition beschossen. Dieses war darauf in Brand geraten und mitsamt der Waffen untergegangen ...

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