Der Spion im Kühlschrank – oder was der Stromverbrauch über jeden von uns verrät

Das sog. intelligente Stromnetz („smart grid“) wird nach dem Willen der großen Energiekonzerne und nun auch der Europäischen Kommission in naher Zukunft Wirklichkeit werden. Das sog. Smart Grid soll in der Lage sein, den Strombedarf in einem bestimmten Gebiet zu analysieren. Beispielsweise würde es Verbrauchsspitzen erkennen und automatisch die richtige Strommenge ins Netz einspeisen.

Die Zukunft der Energieversorgung ist zur europäischen Aufgabe geworden

Zur Verwirklichung dieser Zukunftsvision werden sog. intelligente Stromzähler („smart meter“) benötigt. Die Kommission verfolgt seit einiger Zeit den Plan eben diese Messinstrumente in jeden europäischen Haushalt zu bringen. Ab 2020 soll die „Einführung intelligenter Messsysteme“ laut der angenommenen Empfehlung vom 09. März 2012 stattfinden. Der analoge Zählkasten würde der Vergangenheit angehören.

Fluch oder Segen der digitalen Welt?

Was die einen als technisches Hilfsmittel zur Perfektionierung der nationalen bzw. europäischen Energieversorgung bejubeln, ist den anderen ein weiterer Schritt auf dem Weg zum „gläsernen Menschen“. Seit Jahren wenden sich Datenschützer gegen die Einführung solcher Messsysteme, während die Stromkonzerne die zukünftige Optimierung der Energieeffizienz als erreichbares Ziel herausstellen.

Vor ein paar Tagen hat sich dann auch der Europäische Datenschutzbeauftragte Peter Hustinx in einer Stellungnahme zu den Plänen der Kommission geäußert.

„Die Einführung intelligenter Messsysteme in ganz Europa mag zwar signifikanten Nutzen bringen, wird aber auch die massive Sammlung personenbezogener Daten ermöglichen, mit denen verfolgt werden kann, was die Mitglieder eines Haushalts in ihren eigenen vier Wänden tun (…). Zusammen mit Daten aus anderen Quellen ist das Potenzial für Data-Mining sehr bedeutsam. Muster und Profile können für viele Zwecke genutzt werden (…) ...

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