Umweltfreundliche Flamme? Irreführende Werbeaussagen mit Bezügen zum Umwelt- und Klimaschutz

Wer seine Produkte mit Angaben wie „CO2-neutral“, „klimaneutral“ und ähnlichen umweltbezogenen Aussagen bewirbt, muss die Stichhaltigkeit dieser Aussagen auch substantiiert darlegen können. Wie ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz aufzeigt, ist dies nicht immer möglich (vgl. OLG Koblenz, Urt. v. 10.08.2011, Az. 9 U 163/11).

Gegenstand des Verfahrens waren Werbeversprechen für Grablichter, die u.a. die folgenden Kernaussagen enthielten:

„CO2-neutral“; „klimaneutral“; „umweltschonende Produkte, die das Klima und den Regenwald schützen“; „geprüfte Umweltverträglichkeit“.

Diese Aussagen haben natürlich eine hohe emotionale Werbewirkung. Die Werbung führt jedoch keine besonderen Vorzüge speziell für Kerzen an, etwa dass die beworbenen Produkte besonders hübsch sind oder überdurchschnittlich lang brennen; vielmehr wird außerhalb des Kontexts auf eine besondere Umweltverträglichkeit verwiesen.

Da gerade Klimaschutz und Umweltverträglichkeit zurzeit besondere Sympathieträger in der Werbung sind, sollte bei Verwendung solcher Schlagwörter auch der Nachweis gelingen, dass der Werbende nicht nur leere Phrasen drischt; vor Gericht müssen solche Werbeversprechen im Zweifel also einer genaueren richterlichen Kontrolle standhalten können. Und genau das war im Falle unserer Grablichter leider nicht der Fall (vgl. OLG Koblenz, Urt. v. 10.08.2011, Az. 9 U 163/11; mit weiteren Nachweisen):

„Die Werbeaussagen der Beklagten sind irreführend im Sinne des § 5 Abs. 1 Nr. 1 UWG. Es handelt sich um umweltbezogene Werbeaussagen, die im Interesse der Information der Verbraucher und der Förderung des Umweltschutzes grundsätzlich zulässig sind ...
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