“Nach Männlein und Weiblein getrennt……”

Haben Bewerber Anspruch auf Entschädigung wegen einer Benachteiligung aufgrund des Alters und Geschlechts im Falle von nach dem Geschlecht getrennte Bewerberlisten? Diese Frage spielt eine Rolle in einem demnächst beim Bundesarbeitsgericht zu entscheidendem Fall.

In einem Rechtsstreit gegen die Charité – Universitätsmedizin Berlin verlangt der Kläger von der dabei beklagten Körperschaft die Unterlassung benachteiligender Auswahlverfahren und eine Entschädigung von geschätzten drei Monatsgehältern (10.500,00 Euro). Er ist der Auffassung, wegen seines Alters und Geschlechts nicht für ein Trainee-Programm eingestellt worden zu sein.

Die Beklagte betreibt einen universitären Krankenhausbetrieb und beschloss zur Deckung ihres künftigen Bedarfs an Nachwuchsführungskräften in der Verwaltung ein “Trainee-Programm” für Hochschulabsolventen und “Young Professionals” mit dem Namen “charitrain”, das ausdrücklich für Berufsanfänger vorgesehen war.

Sie schrieb deshalb im April 2009 in mehreren Zeitungsanzeigen zwei Stellen für das Trainee-Programm aus, in denen sie das Konzept beschrieb und die Anforderungen bezeichnete. Abschließend hieß es in der Ausschreibung:

“Die Charité – Universitätsmedizin Berlin – trifft ihre Personalentscheidungen nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung. (…). Außerdem streben wir eine Erhöhung des Anteils von Frauen an und fordern Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Bei gleichwertiger Qualifikation werden Frauen im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten vorrangig berücksichtigt.”

Der 36-jährige Kläger, der über eine juristische Ausbildung mit zwei Staatsexamina verfügt, Berufserfahrung bei einer Rechtsschutzversicherung als Leiter einer fünfköpfigen Juristengruppe erworben hat und als Rechtsanwalt tätig war, bewarb sich auf die Stelle ...

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