VGH Mannheim: Bundesligamanagerspiel “Super Manager” (doch) kein erlaubnispflichtiges Glücksspiel?

Pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft hat der Verwaltungsgerichtshof Mannheim entschieden, dass es sich bei dem Online-Bundesligamanagerspiel “Super Manager” nicht um ein erlaubnispflichtiges Glücksspiel handele (Urteil vom 23. Mai 2012, Az.: 6 S 389/11). Zu dem gegenteiligen Ergebnis war noch im Jahr 2010 der Verwaltungsgerichtshof München gekommen und hatte ein behördliches Verbot für den Bereich des Freisstaats Bayern aufrecht erhalten.

Gegen Zahlung eines Beitrags von 7,99 Euro können Teilnehmer bei dem Managerspiel ein fiktives Team aus echten Fußballspielern zusammenstellen. Für die Fußballspieler werden während der Saison laufend Wertungspunkte vergeben, und zwar nach subjektiven Bewertungen von Experten und nach objektiven Kriterien wie Anzahl der Tore oder der gelben Karten. An die besten Spieler werden Preisgelder ausgeschüttet, allein die drei Bestplatzierten am Saisonende erhalten insgesamt 135.000 Euro.

Der VGH München hatte sich noch mit der Frage beschäftigt, ob das Abschneiden bei diesem Spiel eher vom Zufall oder eher vom fußballerischen Wissen abhängt. Er hat schließlich entschieden dass der Zufall überwiege und damit kein erlaubnisfreies Geschicklichkeitsspiel vorliege.

Diese Frage stellt sich der VGH Mannheim nun wohl gar nicht erst, denn er hält schon ein anderes Element des strafrechtlichen Glücksspielbegriffs nicht für erfüllt. Erforderlich ist nämlich ein “Spieleinsatz”, und einen solchen sieht er in dem Teilnahmeentgelt von 7,99 Euro nicht. Mit dieser Summe werde lediglich die Teilnahmemöglichkeit erkauft.

Die Rechtsprechung steht in der Tat auf dem Standpunkt, dass ein Spieleinsatz von einem stets verlorenen, reinen Eintrittsgeld (z.B ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK