Umfang des Zitatrechts

Das urheberrechtliche Zitatrecht gibt einem die Möglichkeit, fremde Texte auch Zustimmung des ursprünglichen Urhebers übernehmen zu können. Wann und wie jedoch Text ordnungsgemäß zitiert wird und ob überhaupt ein Zitat im Sinne des Urheberrechts vorliegt, ist nicht immer eindeutig und führt häufig zu gerichtlichen Streitigkeiten. Hintergrund ist, dass die gesetzlichen Grenzen des Zitatrechts in der Regel wesentlich enger sind, als gemeinhin angenommen wird.

Der Bundesgerichtshof hat sich in einer aktuellen Entscheidung mit dem Zitatrecht bei Kunstwerken beschäftigt und das Vorliegen eines ordnungsgemäßen Zitats verneint. Nach Ansicht der Karlsruher Richter ist die Übernahme von Zeitungsartikeln und Fotos in einer literarischen Collage nicht ohne Weiteres durch das Zitatrecht gedeckt. (“Blühende Landschaften”, Az. I ZR 212/10). In dem Fall ging es um das Buch eines pensionierten Richters, der ein Buch über seine Erlebnisse als Richter in Eisenhüttenstadt schrieb und in diesem Fotos und Zeitungsartikeln aus der Märkischen Oderzeitung (MOZ) übernahm. Das Buch trägt den Titel “Blühende Landschaften”.

Die Zeitung sah in der Übernahme ihrer Artikel und Fotos das ihr zustehende Urheberrecht verletzt

Im Ergebnis hat der Bundesgerichtshof die Ansicht der Zeitung geteilt. Der Bundesgerichtshof geht ausführlich darauf ein, inwieweit das Zitatrecht bei Kunstwerken anders zu beurteilen ist als bei nicht künstlerischen Sprachwerken. Im Grundsatz ist es so, dass bei Kunstwerken das Zitatrecht weitergehender ist als bei nichtkünstlerischen Werken. Die durch Art ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK