Plädoyer GBA: Buback und der Rosinenkuchen

Walter Hemberger vor dem Plädoyer

Im “Buback-Prozess” gegen Verena Becker hat am Vormittag das Plädoyer der Bundesanwaltschaft begonnen. Bundesanwalt Walter Hemberger hat vor Beginn angekündigt, es könne “bis 18, 19 Uhr” dauern. Auf eine Seitenzahl wollte sich Hemberger nicht festlegen, trug aber zwei dicke Packen Papier unter dem Arm. Es dürfte also ein langer Tag werden.

Gleich zu Beginn zeigte Bundesanwalt Hemberger, wohin sein Plädoyer zielen soll: Es gehe ihm nicht nur um die Ergebnisse der Hauptverhandlung, die Verena Becker belasten. Es gehe für die Staatsanwaltschaft auch darum, entlastende Aspekte für die Angeklagte zu ermitteln und zu würdigen. Das unterscheide die Rolle des Staatsanwalts von der der Nebenklage, erklärte Hemberger mit Blick auf Michael Buback. Und er wurde noch deutlicher:

Für die Bundesanwaltschaft gehe es bei ihrer Arbeit um die Objektivität, der Gedanke bei der Berücksichtigung der Nebenklage im Strafprozess sei dagegen die Genugtuung für die Opfer. Eine gezielte Spitze gegen die Aufklärungsaktivitäten von Michael Buback. Aber Walter Hemberger verschärfte den Ton weiter: Er habe den Eindruck, es sei Michael Buback nur darum gegangen, ”Rosinen zu picken”, also aus diversen Aussagen und Erkenntnissen jeweils nur das herauszusuchen, was dem eigenen Bild entspreche und alles darumherum nicht zur Kenntnis zu nehmen: “und fertig ist der Rosinenkuchen” giftete Hemberger und blickte Michael Buback vielsagend an. Buback und seine Frau schüttelten ungläubig den Kopf. Michael Buback trug heute eine Krawatte in den Farben schwarz-rot-gold. Ein Zufall?

Schwarz-Rot-Gold: Michael Buback am Tag des Plädoyers des GBA

Bis zum Mittag widmete sich die Bundesanwaltschaft in ihrem Vortrag ausschliesslich der vorbeugenden Richtigstellung mit Blick auf das anstehende Plädoyer der Nebenklage ...

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