Schmerzensgeld beim Tod eines Angehörigen

Stehen einem Menschen aufgrund besonderen Leidens vor seinem Tod Schmerzensgeldansprüche zu, so können diese nach dem Tod durch die Erben geltend gemacht werden. Außerdem kann nahen Angehörigen ein eigener Schmerzensgeldanspruch zustehen, wenn sie durch den Tod des Betroffenen psychisch erkranken (Schockschaden).

Allgemein besteht ein Schmerzensgeldanspruch, wenn das Leiden durch eine schuldhafte Verletzungshandlung des Schädigers verursacht wurde. Es genügt Fahrlässigkeit, wie sie beispielsweise bei Verkehrsunfällen häufig vorliegt.

1. Vererbte Schmerzensgeldansprüche des Opfers

In einem vom OLG Bremen (Beschluss vom 16.03.2012, Az. 3 U 6/12) entschiedenen Fall war eine 28-jährige Frau von ihrem Lebensgefährten erschlagen worden. Rechtsmedizinisch war festgestellt, dass das Opfer vor dem Tod noch mindestens 30 Minuten die schweren Misshandlungen und Schmerzen bewusst und in Todesangst wahrgenommen hatte. Das OLG hielt daher ein Schmerzensgeld von 50.000 Euro für angemessen.

Mit dem Tod des Opfers war der Schmerzensgeldanspruch auf die Mutter als Erbin übergegangen. Als Rechtsnachfolgerin ihrer Tochter konnte sie das Schmerzensgeld beim Schädiger einfordern.

In dem Beschluss zählt das OLG Bremen ähnliche Entscheidungen anderer Gerichte auf:

LG Limburg Urteil vom 16.05.2007, 2 O 368/06: schwere Verletzungen nach leicht fahrlässigem Verkehrsunfall, dreistündiges Überleben bei Bewusstsein unter Realisierung der lebensbedrohlichen Situation: € 4.000,00; OLG Koblenz Urteil vom 18.06 ...Zum vollständigen Artikel


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