Schlecker-Insolvenz: Insolvenzverwalter prüft jetzt Ansprüche gegen die Schlecker-Familie

Für diejenigen, die sich mit dem Marktgeschehen der Drogerien beschäftigen, ist es keine besonders große Überraschung, dass sich keine Sanierungslösung für die Drogeriekette Schlecker insgesamt finden lies. Und natürlich werden etwas kurzsichtig vermeintliche Motive genannt: Die (an der FDP) gescheiterte Errichtung einer Transfergesellschaft (zur Umgehung des auch in Insolvenzverfahren geltenden § 613a BGB, wonach alle Arbeitnehmer bei Betriebsübergängen quasi einen Anspruch auf “Übernahme” durch den Sanieret haben) und die mangelnde Bereitschaft oder Fähigkeit der “Schlecker-Familie”, noch einige Millionen Euro zu “investieren” – wie es in der Presse teilweise heißt.

Die reflexartige Benennung dieser vermeintlichen Auslöser der Zerschlagung greift natürlich zu kurz. Der Hintergrund ist komplexer und liegt im Markt und im System der Schlecker-Drogeriemarktkette begründet: Der Markt ist mit Rossmann und DM gut bedient und das Konzept Schlecker war auf Wachstum angelegt und funktionierte ohne diesen wegen des zugrundeliegenden Rabatt-Prinzips bei den Lieferanten schließlich nicht mehr.

Wenig überraschend bringt der gescheiterte Insolvenzverwalter Gewitzt jetzt das Stichwort einer möglichen Insolvenzanfechtung gegen die “Schlecker-Gründerfamilie” ins Spiel, die nach Angaben des Handelsblatt “noch bis zu 40 Mio. Euro besitze”. Wie ich bereits zu Beginn des Schlecker- Insolvenzverfahrens prognostiziert hatte, wird jetzt – nachdem die von Kollegialität geprägte Phase der Nachfolgelösung gescheitert ist – das konfrontative Kapitel der Insolvenzanfechtung aufgeschlagen.

Die einfache Ausgangsfrage ist hierbei, wo das Vermögens des ehemaligen Milliardärs Anton Schlecker geblieben ist: Sein Vermögen fällt – da es sich nicht um eine GmbH-, sondern um eine Privatinsolvenz handelt – sowieso in die sog. Insolvenzmasse ...

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