Bloß kein Glück wünschen

Im Theater wünscht man hinter der Bühne Glück, kurz vor dem Auftritt. Aber man darf sich nach einem alten Theateraberglauben dafür nicht bedanken, sonst verbockt man die Vorstellung.

Bei Arbeitszeugnissen – ein Thema, das allenfalls von Urlaubsfragen an Diskussionstiefe übertroffen wird – bekommt man als Arbeitgeber kein Dankeschön, sondern eine Klage. So im Fall des Arbeitsgerichts Köln (15 Ca 8058/10), der für die Schlagzeile „Im Zwischenzeugnis sind Glückwünsche unangebracht“ in allen Newstickern sorgt (*). Da stand laut Pressemeldung:

Das Zeugnis endete mit den Worten «Glück für die Zukunft» und dass man für den «weiteren Berufsweg» viel Erfolg wünsche.

Prima.

Warum klagt aber der Empfänger der Jubelschrift?

Er/sie meint, das sei widersprüchlich. Das habe ich zwar nicht verstanden, das Arbeitsgericht Köln aber schon. Es erklärt uns laut Pressemeldung (daher in indirekter Rede):

Der unbefangene Leser könne daraus schließen, dass die Arbeitnehmerin Glück nötig habe oder dass nur in der Zukunft ein Erfolg denkbar, jedenfalls im laufenden Arbeitsverhältnis nicht eingetreten sei.

Das hätte der hiesige unbefangene Leser nicht gemerkt, ehrlich.

Mir wird aber noch ein anderer Zopf abgeschnitten. Die Klägerin fand nämlich auch, dass in ein Zeugnis kein Adressfeld gehöre. Das Arbeitsgericht sah das aber ganz anders ...

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