Das Sorgerecht in der Mediation

Das Sorgerecht insgesamt wird selten Gegenstand der Mediation sein, da es ja auch nach Trennung und Scheidung in der Regel beim gemeinsamen Sorgerecht bleibt und nur selten Paare in der Mediation diese Grundsatzentscheidung des Gesetzgebers zur elterlichen Sorge in Frage stellen. Dies kann allenfalls dann Thema werden, wenn ein Elternteil aufgrund besonderer Umstände an der Ausübung der elterlichen Sorge gehindert ist, z.B. weil er seinen Wohnsitz in Zukunft in großer Entfernung nehmen will.

Einzelne Aspekte des Sorgerechts sind durchaus oft Thema bzw. Konfliktfeld zwischen einem sich trennenden Paar.

An erster Stelle geht es gelegentlich um die Frage, wo das oder die Kinder seinen/ihren normalen Aufenthalt haben sollen. Hier bestehen dann unterschiedliche Auffassungen, sei es, dass jeder Elternteil die Kinder im Normalfall bei sich haben wollen oder dass ein Elternteil eine gleichmäßige Wechselregelung anstrebt. Hier ist es – abhängig vom Alter der Kinder – durchaus sinnvoll, die Vorstellungen der Kinder in die Mediation einzubeziehen. Dies kann geschehen, indem die Kinder an einzelnen Mediationssitzungen teilnehmen. Hier sollte der Mediator aber darauf achten, dass die Kinder nicht unter irgendeinen Entscheidungsdruck geraten. Kinder haben in der Regel das Interesse, gute Beziehungen zu beiden Elternteilen haben zu wollen. Überträgt man nun die Entscheidung, wo die Kinder ihren Lebensmittelpunkt haben wollen, auf die Kinder, geraten sie in einen Loyalitätskonflikt. Das sollte auf jeden Fall vermieden werden.

Konfliktträchtig kann auch die Frage der schulischen Bildung der Kinder sein. Während die Frage der Grundschule in der Regel unproblematisch ist, bestehen schon eher unterschiedliche Vorstellungen, auf welche weiterführende Schule das Kind gehen soll, ob es eine Lehre machen soll oder ob es studieren soll ...

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