Schlecker: Kündigungsschutzklage erhoben, Würde behalten, Job verloren

Endgültiges Aus für Schlecker: Das ist die Wirtschaftsmeldung des Tages.

Und es ist wirklich eine Tragödie, denn das „Aus“ bedeutet die betriebliche Abwicklung, die endgültige Stilllegung des Betriebs. Den hatte der Insolvenzverwalter, was ja wegen des schwer verständlichen rechtlichen Hintergrunds immer wieder für Verwirrungen in der Öffentlichkeit sorgt, eben bislang aufrecht erhalten. Das ist nun zu Ende. Weil für die verbliebenen Stücke kein Käufer zu finden war, muss nun dicht gemacht, der Rest versilbert und das bisschen, was dabei herauskommt, unter den Gläubigern verteilt werden.

Tragödie?

Ja, für die Mitarbeiter/innen (es sind fast ausschließlich Frauen), von denen die restlichen ca. 14.000 ihren Job endgültig verlieren. Die Entscheidung, den Betrieb endgültig einzustellen, ist eine gerichtlich praktisch unanfechtbare Kündigungsgrundlage. Die betriebsbedingten Kündigungen sind klar wie Kloßbrühe, in solchen Fällen: Bei Betriebseinstellungen fallen alle Arbeitsplätze weg. Da kann kein Arbeitsgericht helfen.

Dass ein Unternehmen auch unter dem Schutz des Insolvenzrechts nicht gerettet werden kann, ist nicht selten. Auf einen einzelnen Grund ist das selten zurückzuführen. Über die Fehler im Schlecker-Konzept ist reichlich geschrieben worden, und mit Sicherheit kann niemand sagen, ob in Deutschland derzeit Platz für eine Drogeriekette neben Müller, Rossmann und dm wäre, die lauter kleine, unattraktive Immobilien zu schlechten Konditionen gemietet und ihre Lieferbeziehungen weitgehend eingebüßt hat.

Einen Grund kann man aber jedenfalls benennen:

Insolvenzverwalter Geiwitz hatte in einem ersten Schritt einen Teil der Filialen geschlossen, um einen sanierungsfähigen Rest zu bekommen. Dagegen gibt es 4.500 Kündigungsschutzklagen bundesweit. Diese Klagen und die daraus resultierenden Risiken müsste ein Investor mitkaufen. Die Risiken sind erheblich ...

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