“Machen Sie doch einfach einen Kuhhandel, Herr Anwalt”

Milchrind, Foto: Ikiwaner

Ja, wenn der Umgang mit der Justiz und den Finanzbehörden doch so einfach wäre, wie sich das manch ein Mandant so vorstellt. Zum Beispiel Herr Carlucci. Der heißt natürlich anders, saß aber gestern Abend noch lange mit einigen Familienangehörigen in meinem Büro, um seine Steuerstrafsache zu besprechen. Und quasi sebstverständlich wurde dabei vorausgesetzt, dass ich mich als Verteidiger nicht nur um die strafrechtliche Seite der ihm zur Last gelegten Steuerhinterziehung kümmere, sondern dass ich gleich auch die Steuerschätzungsbescheide aus der Welt schaffe, da die ja irgendwie zur Strafsache dazu gehören. Mein Hinweis darauf, dass die Betriebsprüfung und die nachfolgenden Verhandlungen doch vom Steuerberater begleitet worden seien und dass ich insoweit gar nicht mandatiert sei, wurde mit der Bemerkung beiseite gewischt, dass man ja einen richtigen Rechtsanwalt eingeschaltet habe, damit der das abschließend regele. Mein weiterer Hinweis, dass es sich bei der Tätigkeit im Besteuerungsverfahren um eine andere anwaltliche Tätigkeit als im Strafverfahren handele, die auch zusätzliche Gebühren produziere, wurde mit empörtem Erstaunen quittiert. Und dass das Honorar in Anbetracht der Höhe der Steuernachforderungen – immerhin war rechtzeitig Rechtsbehelf eingelegt worden – nicht ganz niedrig ausfallen würde, trug auch nicht zur Begeisterung bei ...

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