Anwälte sind zu teuer und ihr Geld nicht wert!

Dass diese Meinung existiert und weit verbreitet ist verwundert mich nicht. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass die Anwaltschaft es selber zu verantworten hat, dass dieser Vorwurf weit verbreitet ist.

Anderer Meinung ist Rechtsanwältin Simone Weber. Sie hat sich dieses Themas in ihrem empfehlenswerten Blog "Rechtsanwalt München" kürzlich angenommen und darin die Rechtsanwaltschaft verteidigt. Simone Weber argumentiert, dass Anwälte sich und ihre Familien von ihrer Arbeit ernähren müssen und führt sehr überzeugend und sorgfältig aus, wieso der Verdienst von Anwälten in der Regel nicht gerade üppig ausfällt.

Ich stimme Simone Weber in diesem Punkt zu, ich bin auch nicht der Ansicht, dass Rechtsanwälte generell zu viel verdienen (vgl. dazu auch meinen Post "Was verdienen eigentlich Anwälte in der Schweiz?"). Dennoch bin ich überzeugt, dass es in der Praxis sehr oft vorkommt, dass die Leistung des Anwalts überteuert und nicht ihr Geld wert ist.

Dies tönt vielleicht auf den ersten Blick paradox, ist es aber nicht. Die Erklärung ergibt sich wenn man zwischen der Nachfrage- und Angebotsseite unterscheidet:

Nachfrage: Wert der Dienstleistung aus Sicht des Kunden Dies ist der Wert, den der Kunde einer Dienstleistung zumisst, es ist der Betrag, den der Empfänger einer Dienstleistung maximal bereit ist zu bezahlen. Angebot: Kosten der Dienstleistung aus Sicht des Anwalts Die Kosten setzen sich primär aus dem "Herstellungspreis" zusammen, d.h. dem Aufwand, welcher ein Anwalt hat um eine Dienstleistung zu erbringen.

Problematisch ist, dass sich die Anwälte eigentlich nur für die Kostenseite interessieren. Bei Mandaten auf Stundenbasis überlegen sie sich, wie viele Stunden sie hierfür aufwenden, bei Mandaten nach Rechtsanwaltsvergütungsgesetz überlegen sie sich, ob das zur Anwendung gelangende Honorar ihren Aufwand in Stunden deckt. Dies bildet dann die Grundlage für den Kostenvoranschlag (Stundenbasis) bzw ...

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